Tutorials - Apache unter Windows Teil 1

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Folgende Fragen werden hier erklärt:

Wo bekomme ich den Apache-Server?

Die aktuelle Version des Servers bekommst du immer unter:
http://httpd.apache.org/download.cgi
Es gibt den Server in Version 1.X bis 2.X. Am besten lädst du dir Version 2.x herunter.

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Den Apache-Server installieren

Während der Installation wird nach "Network Domain", "Server Name" sowie "Administrator's E-Mail Adress" gefragt. Gib in die ersten beiden Felder "localhost" ein, und in das dritte "admin@localhost".

Screenshot

All diese Angaben können nachträglich natürlich geändert werden. Nun gehe mit "Next" weiter.
Bei der Auswahl des "Setup Type“ kannst Du zwischen Complete und Custom wählen. Ich empfehle hier Custom zu wählen, um den Installationspfad zu ändern. Standardmässig wird das Verzeichnis "C:\Programme\Apache Group\" vorgegeben. Wähle hier einfach den Pfad "C:\". Apache legt dann selber das Verzeichnis Apache an. So ergibt sich dann "C:\Apache". Beim Klick auf "Install" beginnt die Installation.
Der Apache-Installer erstellt automatisch eine Programmgruppe im Startmenü, von der aus Du den Server starten kannst.
Wenn Du Windows 2000 verwendest, trägt sich Apache selbständig als Service ein, d.h. er wird automatisch bei jedem Windows-Start mitgestartet.
Unter Windows 9x kann der Apache Server nur in der Konsole gestartet werden. Erstelle hierzu die folgenden Verknüpfungen:

Server Starten:
C:\Apache\Apache.exe -k start

Server Neu Starten:
C:\Apache\Apache.exe -k restart

Server beenden:
C:\Apache\Apache.exe -k shutdown

Screenshot

Alternativ kannst Du jedoch auch das Freeware-Tool "ApacheGui" von Tim Gerundt unter www.lgmsworld.de herunterladen. Mit Hilfe dieses Tools läßt sich der Server unter Win9x/ME auf einfache Art und Weise starten und beenden.

Ferner erlaubt das Tool, die Konfigurationsdatei von Apache, auf die ich gleich zu sprechen komme, zu bearbeiten.

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Die 'Hosts-Datei'

Gut, installiert ist der Server: nun müssen wir noch in eine Datei schauen, um zu sehen, ob ein Eintrag richtig in derselben steht. Es handelt sich hierbei um die "hosts-Datei". Vielleicht wirst Du nun sagen: "Habe ich nie gehört!". Dann lies ruhig weiter, denn ich erkläre Dir sofort, worum es geht.
Sogenannte hosts-Dateien kommen in kleineren Netzwerken zum Einsatz, in denen es keine DNS-Server gibt. In den hosts-Dateien können den einzelnen IP-Adressen im Netzwerk (mehrere) Namen zugeordnet werden.
Dies hat mehrere Vorteile. Der erste ist, daß man Computer auch über ihre Namen ansprechen kann (es ist ja viel schöner, wenn man bspw. "http://Rechner1" anstatt "http://192.168.0.1" eingeben kann), außerdem sind Namen viel leichter zu merken als Zahlenfolgen.
Ein anderer Grund ist, daß spätere Änderungen in der Netzwerkstruktur leichter vorgenommen werden können, denn wenn z.B. alle Benutzer in ihrem Mail- und Newsprogrammen als Mailserver "mail" und als Newsserver "news" eingetragen haben und beide Server bisher auf dem gleichen Rechner liefen, jetzt aber der Mailserver auf einem anderen Rechner laufen soll, so ändert man in den Hosts-Dateien einfach die IP-Zuweisung für den Hostnamen "mail" und alles läuft in gewohnter Weise weiter, ohne daß die User ihre Einstellungen ändern mussten.
Der einzige Nachteil, der mir bekannt ist, ist, daß die Hosts-Datei auf jedem Rechner existieren muss, d.h. NICHT irgendwo im Netzwerk EINE hosts-Datei ist, nach der sich ALLE Rechner richten.

Unter Windows 9x/ME liegt die hosts-Datei im Windows-Hauptverzeichnis (z.B. c:\windows\).
Unter Windows NT/2000 liegt die hosts-Datei unter [WinNT-Verzeichnis]\system32\drivers\etc (z.B. c:\WINNT\system32\drivers\etc\ ).
Existiert in dem jew. Verzeichnis die Datei hosts (falls es dort die Datei hosts.sam gibt, benennst Du diese in hosts um), öffnest Du diese, andernfalls erstellst Du bitte eine leere Datei mit dem Namen hosts. Hast Du die bestehende Datei geöffnet, stellt sich ihr Inhalt wie folgt dar:

-------- Inhalt der hosts-Datei ----------------

# Copyright (c) 1993-1999 Microsoft Corp.
#
# Dies ist eine HOSTS-Beispieldatei, die von Microsoft TCP/IP
# für Windows 2000 verwendet wird.
#
# Diese Datei enthält die Zuordnungen der IP-Adressen zu Hostnamen.
# Jeder Eintrag muss in einer eigenen Zeile stehen. Die IP-
# Adresse sollte in der ersten Spalte gefolgt vom zugehörigen
# Hostnamen stehen.
# Die IP-Adresse und der Hostname müssen durch mindestens ein
# Leerzeichen getrennt sein.
#
# Zusätzliche Kommentare (so wie in dieser Datei) können in
# einzelnen Zeilen oder hinter dem Computernamen eingefügt werden,
# aber müssen mit dem Zeichen '#' eingegeben werden.
#
# Zum Beispiel:
#
# 102.54.94.97 rhino.acme.com # Quellserver
# 38.25.63.10 x.acme.com # x-Clienthost
127.0.0.1 localhost
----------------------------------------------------------------

Zeilen, vor denen ein "#" steht, sind Kommentare, d.h. diese Zeilen werden nicht beachtet.
Eine Zeile in der hosts-Datei ist folgenderweise aufgebaut:

IP-Adresse zugewiesener Name

Du kannst einer IP-Adresse - wie gesagt - mehrere Namen zuweisen.

Eine hosts-Datei für den Netzwerkbetrieb könnte folgendermaßen aussehen:

192.168.0.1 www
192.168.0.1 mail
192.168.0.1 news
192.168.0.254 router

192.168.0.2 rechner1
192.168.0.3 rechner2
192.168.0.4 rechner3

In diesem Beispiel wäre der Rechner mit der IP-Adresse 192.168.0.1 über die Namen "www", "mail" und "news" ansprechbar.
Der Rechner mit der IP-Adresse 192.168.0.254 würde den Namen "router" tragen (Router und Proxy-Server haben als Endung der IP-Adresse "traditionell" .254 ) usw.

Aber zurück zu unserer Datei: Du siehst, daß dort der Eintrag "127.0.0.1 localhost" existiert. Das heißt, wenn Du im Browser "http://localhost" eingibst, müsste die Startseite des Apache erscheinen. Sollte dieser Eintrag bei Dir nicht in der Datei stehen, füge ihn bitte nachträglich dort ein. Dann kannst Du die Datei wieder schliessen.

Also noch einmal: Solltest Du z.B. schon ein kleines "Heimnetzwerk", das aus zwei oder mehreren Rechnern besteht, haben, kannst Du oben genannte Änderungen umsetzen, und kannst die Rechner -wie im Internet auch-, mit Namen ansprechen. Du mußt nur daran denken, bei jedem Rechner die Einträge zu machen. Dann kannst Du die Rechner mit "Arbeitszimmer" oder "Kinderzimmer" oder ähnlich, benennen. Das vereinfacht den Zugriff auf die Rechner, denn Du musst keine IP-Adressen mehr eingeben, um auf andere Rechner zuzugreifen.

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Testen der Installation

Also, wenn die eben beschriebene Zeile ordnungsgemäß in deiner "hosts-Datei" steht, kannst Du nun testen, ob die Installation funktioniert. Dazu öffne Deinen Browser, und gib "http://localhost" ein. Du solltest eine Bestätigungs-Seite angezeigt bekommen, mit der Meldung daß der Apache auf Deinem System installiert ist.

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Konfigurieren des Apache-Servers

Kommen wir nun zum Wesentlichen: Wie "steuert" man den Apache? Wie bereits erwähnt, hat der Apache Server keine grafische Oberfläche, über die man bequem Einstellungen vornehmen könnte. Das beruht eben darauf, daß der Apache aus der Unix-Riege kommt und unter Unix werden Einstellungen am System oder an Programmen mit Hilfe von Dateien vorgenommen. Welche Datei ist das beim Apache nun? Ganz einfach: Gehe in das Apache-Verzeichnis, also "C:\Apache". Dort ist ein Ordner, der "Conf" heißt. In diesem Ordner befinden sich die Apache-Konfigurationsdateien. Dort schaust Du nach der "HTTPD.CONF". Am besten legst Du erst einmal eine Sicherung der Datei an. Dann kann, für den Fall, daß Du Dich in derselben "verhakelt" haben solltest, nichts mehr schiefgehen. Öffne die Datei nun mit einem Editor Deiner Wahl, und..."Oh Schreck", denkst Du, "wer soll hier bloß durchsteigen?" Ich gebe zu, am Anfang sah die Datei für mich auch verworren aus. Aber je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto einfacher fällt es einem. Nachher wirst Du die Datei bearbeiten ohne nur noch einmal in irgendwelche Hilfen oder Notizen schauen zu müssen. Übrigens: Es empfiehlt sich, gerade für Einsteiger, hier ruhig das bereits angesprochene Tool "ApacheGui" zu verwenden. Dieses Tool färbt Einträge und Kommentare in der HTTPD.CONF unterschiedlich, so daß man eine bessere Übersicht über die Einträge in der Datei hat.
Eine komplette Datei ist hier abgebildet.

Also, angenommen, Du hast auf Deinem Laufwerk F:\ noch ein wenig Platz frei und möchtest auf diesem Laufwerk einen Ordner namens "Web" haben, in dem die Dateien liegen die der Server "anbieten" soll. Was ist in der "httpd.conf" zu ändern? Ganz einfach:
Öffne die Datei und scrolle runter bis zu der Stelle, an der steht:

### Section 2: 'Main' server configuration

Dort werden die Grundeinstellungen des Servers vorgenommen. Wenn Du ein Stück weiter unten schaust, müsstest Du den Eintrag: DocumentRoot "C:/Apache/htdocs" sehen. Diesen änderst Du ab in: DocumentRoot "F:/Web" Dann noch ein Stück weiter unten schauen. Dort ist ein <Directory>-Eintrag. <Directory "C:/Apache/htdocs"> Dieser ist auch wieder umzuändern in: <Directory "F:/Web">
WICHTIG: Damit der Server die Änderungen in der Datei annimmt, muss er neu gestartet werden.
Wenn Du dann in dem Ordner "F:\Web" eine "index.html"-Datei ablegst und den Server wieder mit "http://localhost" im Browser aufrufst, sollte eben diese Seite zu sehen sein.

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Was ist DynDNS?

Nachdem Du nun -wenn bei Dir alles bis hierher geklappt haben sollte- schon ein Intranet aufsetzen kannst, möchtest Du bestimmt mehr über den Apache-Server und seine Möglichkeiten wissen. Wie kann man z.B. seine Homepage, die sich zuhause auf dem Server befindet ins Internet stellen? Wenn Du über einen DSL-Zugang verfügst, ist es doch ganz interessant, wenn man selber einen Rechner ins Internet stellen kann und nicht auf Providerdienste angewiesen ist. Das Problem hierbei: Man bekommt doch bei jeder Trennung der Leitung und der damit verbundenen Wiedereinwahl eine neue IP-Adresse zugewiesen! Das heisst, es muss ein Möglichkeit geben, die IP-Adresse einem Namen zuzuordnen, und die IP-Adresse ständig zu aktualisieren. Für diesen Zweck gibt es verschiedene Dienstleister im Internet, z.B. DynDNS.org. Das ist der Dienst -Du wirst es schon ahnen- bei dem ich mich angemeldet habe.

Hier noch ein paar Links zu solchen Anbietern:

Wie gesagt, dieses Kapitel wird aber wirklich erst dann interessant, wenn man einen extra Rechner für den Server zur Verfügung hat, und über eine DSL-Flatrate verfügt.

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Einrichten eines DynDNS-Accounts

Gehe auf http://www.dyndns.org/ und dort auf "Signup now" in der oberen rechten Ecke. Du bekommst etwas zu lesen, und musst mit "Agree" bestätigen. Im nächten Fenster kannst Du Dir einen Benutzernamen vergeben, mit dem Du Dich später auch bei DynDNS einloggst. Ferner ist Deine Mailadresse - WICHTIG, MUSS STIMMEN ! - anzugeben. Zu guter Letzt noch ein Passwort aussuchen, und schon hast Du das gröbste hinter Dir. Du bekommst dann ein Mail zu der angegebenen Adresse geschickt. Diese Mail enthält einen Link, auf den Du klicken musst, um Deinen Account zu aktivieren. Logge Dich wie in der Mail beschrieben auf der DynDNS-Homepage ein und klicke auf „Dynamic DNS“ im Menü. Hier kannst Du dann eine Third-Level-Domain nach Deiner Wahl anlegen und eine der Second-Level-Domains aus der Liste auswählen, wie etwa "homeserver.dyndns.org". Das war's schon. Dann brauchst Du noch einen "DynDNS-Client", der Deine aktuelle IP-Adresse immer DynDNS.org mitteilt, und Dein Server so immer unter Deiner ausgewählten URL zu erreichen ist. Die bekommst Du auch auf der DynDNS-Homepage. Auf der Linken Seite ist ein Punkt "Clients". Auf diesen musst du gehen und "Windows" auswählen. Es folgt eine Übersicht und Auswahl über verschiedene Programme. Ich habe mir hier einmal "DeeEnEs" herausgegriffen, natürlich bleibt es Dir selbst überlassen, welches Programm Du einsetzen möchtest.

Screenshot

Sehr klein, sehr einfach, laufend gepflegt und mit einer deutschsprachigen Oberfläche versehen, ist das Windows-Tool DeeEnEs
(http://palacio-cristal.com/products/DeeEnEs).
Eine Installation ist nach dem Download des gezippten Programms (50 KB) und der dazugehörigen Sprach-Datei (18 KB) nicht erforderlich.
Liegen die beiden Dateien nach dem Entpacken im selben Verzeichnis, kann das Programm sofort gestartet werden. Es macht lediglich durch eine kleine Weltkugel im Systray (unten rechts am Bildschirm neben der Uhrzeit) auf sich aufmerksam. Von dort kann es über das Kontextmenü (mit der rechten Maustaste aufgerufen werden.


Screenshot

Bei der ersten Nutzung musst Du unter "Meine Konten" die Zugangsdaten zu Deinem DynDNS-Konto eingeben:

Sobald die Eingabe abgeschlossen und eine Internet-Verbindung hergestellt ist, kannst Du über den Eintrag "Überprüfe IP" im Kontextmenü die Verbindung zum DynDNS-Server herstellen und die IP-Adresse aktualisieren lassen.


Screenshot

Anschließend ist Dein heimischer Webserver über die Subdomain weltweit erreichbar. Für Abhilfe gegen die damit einhergehenden Sicherheits-Gefahren musst Du selbstverständlich - über die Konfiguration Deines Webservers - sorgen!
Vorausgesetzt, DeeEnEs ist aktiviert, sorgt das Programm in der Zukunft von selbst für die IP-Aktualisierung. In welchen Abständen das geschieht, ob das Programm automatisch zusammen mit Windows gestartet wird und außerdem gleich aktiviert werden soll, können Sie im übersichtlichen Eigenschaften-Menü von DeeEnEs einstellen. Dort lassen sich ggf. auch die Proxy-Einstellungen vornehmen.

Mit der "erzwungenen Aktualisierung nach x (28) Tagen" hat es übrigens Folgendes auf sich: Alle DynDNS-Konten werden nach 35 Tagen Inaktivität automatisch gelöscht. Um das zu verhindern, kann der Client so eingestellt werden, dass er von sich aus eine Verbindung zum Server herstellt, selbst wenn die Software und damit Dein Webserver ansonsten für Zugriffe von außen deaktiviert ist.


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